Freitag, 14. Mai 2010

Geniessen in Mamallapuram

Am Montag, 10.5. treten wir unsere "Ultrakurzreise" nach Mamallapuram an. Die knapp zweistündige Busfahrt ist kaum der Rede wert!

So sind wir top-fit bei der Ankunft, beziehen unsere Unterkunft mit dem wunderschönen Namen "Lunamagica" und besichtigen das Dorf mit seinen Felsenreliefs, Höhlentempeln und dem "Butterball" von Krishna, ein riesiger, kugelrunder Felsblock, der ausschaut, als würde er jeden Moment davonrollen...

Mamallapuram ist klein, ruhig, übersichtlich und hat sehr viel Charme. Am Strand hat es viele Fischer, welche immer irgendetwas zu tun haben: Netze flicken, Dächer ihrer "Unterstände" mit neuen Palmenblättern ausbessern, Kartenspielen oder sonst irgendwie die Zeit vertreiben... Es ist spannend, diesen von unserer riesigen Terasse aus zuzuschauen. Auch schlafen viele Leute hier am Strand im Sand. Zum Teil kommen sie mit Mättelis und Decken daher, zum Teil legen sie sich einfach so in den Sand und schlafen.


Nur in unserer Unterkunft mit dem wunderschönen Namen herrscht "tote Hose". Die Kinder finden, das Doppelbett ist zu klein für alle drei und Rémy findet, der Raum ist zu eng und zu heiss. Ich finde einfach unsere riesige Terrasse den Hit, sonst ist das Ganze aber ziemlich leer und heruntergekommen.
So besuchen wir unseren direkten Nachbarn, "Bob Marley".
Seinem Namen treu läuft coole Musik, die Angestellten sind freundlich und nett, wir besichtigen die Zimmer und für (fast) alle ist sofort klar: Wir werden umziehen!

Am Mittwoch besuchen wir mit dem Bus eine nahegelegene Krokodil- und Schlangenfarm. Leider stellen wir schon am Eingang fest, dass die Schlangen schon in den Sommerferien sind, schade! So begnügen wir uns mit den Krokodilen und Alligatoren, von welchen es viele verschiedene Arten hat. Die Tiere werden hier sogar einmal "artgerecht" gehalten, d.h. sie haben schöne Anlagen und auch genügend Wasser. Es ist interessant.

Nachher besuchen wir noch ein nahegelegenes Felsenrelief. Da will uns doch ein Typ tatsächlich für "only" RS 400 als Guide anbiedern. Ich kann's kaum glauben: Das für ein einziges Felsenrelief und einen Tempel! Was der Typ uns da wohl erzählt hätte für dieses horrende Honorar? Normalerweise kosten die Guides um RS 100 - 200, die erzählen einem dann die Ohren voll für ein oder zwei Stunden...

Wir entschliessen uns, dass wir die rund 4 km dem Strand entlang nach Hause spazieren. Die Kinder baden immer wieder im Meer. Der Strand ist menschenleer, nicht einmal Fischer sind hier, nördlich von unserem Hausstrand. Sämi schafft es doch tatsächlich, seine Unterhosen im Meer zu verlieren, unglaublich. Zum Glück muss er sich keine Sorgen machen, es hat ja niemanden, den ihn sehen könnte (klar wir, aber das sind wir uns gewohnt, dass immer mal jemand "blutt" ist in unserer Familie).

Louis findet wieder einmal einen toten Fisch. Beim Fischen hatte er bisher noch kein Glück, aber tote Fische hat er schon viele gefunden. Den heute, trägt er mindestens während einer Stunde mit sich herum, spielt mit ihm, zeigt und erklärt ihm alles gerade so, als wäre es sein "Plüschtier"... Er gräbt ihm auch noch eine Behausung in den Sand. Es ist ein wunderschöner, friedlicher Familienspaziergang, den wir alle geniessen. Zu Hause angekommen, stärken wir uns alle und die Kinder stürzen sich wieder ins Meer. Sie geniessen es hier sehr, die Wellen sind angenehm und auch der Strand ist schön. Louis gräbt jeweils wie ein wilder im Sand. Manchmal Löcher und Staudämme, manchmal einfach dem Graben willen. Ich bin froh, so kann er endlich so richtig "Dampf" ablassen! Sämi (er nennt sich ja jetzt schon länger Samy) übt fleissig Saltos mit Anlauf in die Wellen und macht übrigens seit Neuestem täglich Sit-Ups, um mit einem Sixpack nach Hause zu kommen. Und Alice geniesst vor allem das "Dog" spielen, ihre grosse Leidenschaft. Sonst ist sie viel am Malen. Es ist unglaublich, wie schön sie Götter und andere Sachen abzeichnen kann. Sie hat mich mit meinen Malkünsten schon längst überholt... Rémy und mir ist auch sehr wohl hier. Es ist schön, immer wieder den Fischern am Strand zuzuschauen. Mamallapuram lebt und zwar wegen den Einheimischen, das ist schön!

Wir wären gerne am Samstag weitergereist, aber Rémy konnte unser Zugticket nicht online buchen, wegen dem Computer. Ihr wisst schon, der will einfach oftmals nicht so wie wir wollen... Und da hier in Tamil Nadu von 06.00 – 09.00 h immer Stromausfall ist, gibt es um 08.00 h, wenn wir buchen sollten, auch kein offenes Internet-Café. Bleibt nichts anderes übrig, als dass Rémy halt am Samstagmorgen früh den Bus nach Chennai nimmt um direkt vor Ort am Bahnhof unser Glück zu versuchen. Wenn's klappt, fahren wir dann am Montag weiter. Wenn nicht, müssten wir das Flugzeug nehmen. Das wäre dann aber schweineteuer und ebenso schade...

So werden wir hier in Mamallapuram weiterhin die angenehme Meeresbrise geniessen, das Leben der Fischer am Strand mitverfolgen, baden, graben, spielen und auftanken, damit wir gerüstet sind für die lange, lange Zugfahrt von Chennai nach Varanasi, welche ungefähr 38 Std. dauern dürfte... Aber eben, zuerst müssen wir noch das Glück haben und uns ein paar Tickets ergattern!
(Claudia)


Worauf wir uns am meisten freuen in der Schweiz:
Alice: Auf ihre SpielgefährtInnen und ihre Spielsachen
Louis: Aufs Grosi
Sämi: Auf Angelina (seine Tante)
Claudia: Auf euch, Familie und Freunde, unser Haus und Garten
Rémy: Auf ein Glas Wein mit Freunden im Garten an der Feuerstelle

Hier ist der Link zur aktuellen Karte

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